Home » Herzschmerz hautnah » Herzschmerz hautnah, Folge 19

Herzschmerz hautnah, Folge 19

Eingetragen in: Herzschmerz hautnah | 2

Tja, jetzt gibt es wohl keinen Zweifel mehr. Die Zauberformel wurde verraten, soviel ist  sicher. Hoffentlich finden Nick und Judith raus, wer’s war! Immerhin haben sie sich ja endlich gefunden . . .

Kitsch, Groschenroman, Liebe, Herzschmerz, Liebesroman, Carola Pigisch, Bayrischer Wald, Kosmetik
Judith nahm sich eines dieser flauschigen Handtücher aus dem Regal.
CBS, “Diese Unordnung! – Wer war das?”, Some rights reserved, Quelle: www.piqs.de

Judith drehte das Wasser ab und stieg aus der Dusche. Sie nahm sich ein Handtuch aus dem Regal. Diese flauschigen Handtücher, dachte sie. Nicks Haushälterin musste eine wahre Könnerin ihres Fachs sein. Wie sie das wohl machte? Judith wickelte sich in das große Tuch ein und schaute in den Spiegel. Ja, man sah ihr das Glück an. Ihre Augen funkelten, ihr ganzes Gesicht war ein einziges Strahlen. Seit mehr als einer Woche war sie nun mit Nick zusammen, verbrachte jede freie Minute mit ihm. Sie hatten sich so viel zu erzählen, sie lachten zusammen, alberten herum, verstanden sich wunderbar. Judith musste sich eingestehen, dass sie sich sehr getäuscht hatte in ihm. Er war alles andere als oberflächlich. Im Gegenteil, er war sehr tiefsinnig und tiefgründig. Sie gingen jeden Morgen auseinander und abends trafen sie sich wieder – meist in Nicks Wohnung. In der Firma gingen sie sich aus dem Weg, dort wusste niemand von ihrer Liebe und wie sehr sie sich verbunden waren. Vera stichelte zwar weiter und hatte jeden Tag ein paar giftige Bemerkungen auf Lager, dennoch kannte sie die Wahrheit nicht.

Zwischen den Breimeiers und Judith herrschte Eiszeit. Wenn sie dem Alten im Treppenhaus begegnete, würdigte er sie keines Blickes. Sie war in Ungnade gefallen, wurde nach wie vor verdächtigt, die Zauberformel verraten zu haben. Allerdings konnte man ihr nichts beweisen und das war sicher der Grund dafür, dass man sie noch nicht entlassen hatte. Jetzt strafte man sie mit Nichtachtung. An einer wirklichen Aufklärung des Falls schienen die  Breimeiers kein Interesse zu haben, für sie stand die Schuldige fest. Judith wurde zu keiner Besprechung mehr gebeten, wichtige Informationen wurden ihr vorenthalten, oft saß sie nur an ihrem Schreibtisch und hatte nichts zu tun.

Vera hingegen schien der neue Star zu sein. Breimeier Junior schlich um sie herum, flirtete mit ihr, übertrug ihr all die Aufgaben, die zuvor Judith erledigt hatte. Judith störte das wenig, ihr Bestreben galt allein der Aufklärung des Falls. Sie hatte einen Ruf zu verlieren und sie würde die Firma erst verlassen, wenn ihre Reputation wieder einwandfrei war. Irgendwo gab es einen Hinweis, das wusste Judith. Sie und Nick mussten ihn nur finden.

“Ah, Schatz, da bist Du ja!” Nick hatte das Frühstück gemacht und hielt ihr ein Glas Orangensaft hin. “Hier, ein Schluck Vitamine”, sagt er und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Judith setzte sich. “Sieht toll aus”, sagte sie und biss in ein Croissant. “Bin ich froh, dass wir Wochenende haben und ich dem Laborhorror zwei Tage entkommen kann.” “Das verstehe ich”, sagte Nick mitfühlend und legt seine Hand auf ihre. “Hätte ich nie gedacht, dass es soweit kommt. Nach dem wunderbaren Start, den Du bei Breimeier hattest.” “Ja”, sagte Judith und lachte verbittert. “Ich denke, dass mich gerade der wunderbare Start in diese Situation gebracht hat.” Wie meinst Du das?”, fragte Nick erstaunt. “Naja”, antwortete Judith. “Dass dieser Erfolg Neid hervorruft war ja eigentlich klar. Und jemand wie Vera, die ohnehin von Neid zerfressen ist, kann damit natürlich gar nicht umgehen.” “Du glaubst immer noch, dass Vera die Zauberformel verraten hat?”, fragte Nick. “Ich bin mir immer sicherer”, antwortete Judith. “Aber das sagt mir nur mein Gefühl. Leider fehlen mir die Beweise.”

Nick strich Butter auf ein Brötchen. “Eigentlich ganz schön blöd”, sagte er. “Das Firmengeheimnis zu verraten, nur um eine Konkurrentin auszuschalten. Das kann leicht nach hinten losgehen. Wenn die Sache rauskommt, ist sie diejenige, die gehen muss.” “Genau”, sagte Judith und nahm einen Schluck Kaffee. “Aber ich glaube, soweit denkt sie gar nicht. Sie genießt den Moment. Sie ist bei Breimeier eindeutig die Nummer Eins und nur das zählt für sie.” “Das ist mir auch schon aufgefallen”, sagte Nick. “Der Junior lobt sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit.” Er griff zur Marmelade. “Übrigens”, sagte er. “Hast Du Gabriel in letzter Zeit beobachtet?” “Ja”, sagte Judith. “Er scheint mir auch total genervt von Veras Verhalten.” “Genervt?”, fragte Nick. “Genervt würde ich nicht sagen. Eher angefressen, wütend und enttäuscht. Wie er sie immer anschaut, mit einer Mischung aus Hass und Ehrerbietung. Kommt mir ziemlich komisch vor. Also ob sie ihm etwas versprochen hätte, das sie jetzt nicht einlöst.”

Judiths Telefon klingelte. Sie lief zum Sofa und kramte in ihrer Handtasche. “Ja”, sagte sie. “Hallo Judith, hier ist Klaus Gruber”, sagte der Anrufer. “Ich glaube, ich habe Neuigkeiten für Dich!”

Hier geht’s zur Folge 20 von “Herzschmerz hautnah”

 

Herzschmerz hautnah, Folge 19, ein Liebesroman alter Tradition, Kitsch und Herzschmerz inklusive – wie beim Groschenroman üblich

Share on Google+Tweet about this on TwitterShare on FacebookPin on Pinterest

2 Antworten

  1. bea
    | Antworten

    Ja, ich bin auch schon sehr gespannt. Wieder mal ein unbefriedigender Schluß!

  2. sue
    | Antworten

    Ich freu mich auf Sonntag,, denn da müsste es ja weiter gehen. Sue

Deine Gedanken zu diesem Thema