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Herzschmerz hautnah, Folge 14

Eingetragen in: Herzschmerz hautnah | 4

Na, den Breimeiers hat’s Judith aber gegeben. Toll! Aber ob sie den Triumpf genießen kann? Schließlich läuft die Sache mit Nick nicht und nach wie vor besteht der Verdacht, dass sie die Verräterin der Zauberformel ist. Ich bin gespannt, wie’s weitergeht. Ihr auch?

Kitsch, Groschenroman, Liebe, Herzschmerz, Liebesroman, Carola Pigisch, Bayrischer Wald, Kosmetik
Judiths Freundin Saskia hatte es richtig gemacht. Sie war nicht in der Provinz geblieben, sondern nach Paris gezogen.
Robert S. Donovan, “Eiffel Tower HDR”, Some rights reserved, Quelle: www.piqs.de

Das Handy klingelte als Judith sich gerade auf einen Baumstamm gesetzt hatte. Wie immer, wenn sie nicht weiter wusste, war sie auch an diesem Abend zum Kaiserstein gegangen. „Saskia!“, rief sie erfreut. „Das ging ja schnell. Schön, dass Du zurückrufst.“ „Natürlich, Du hast es ja auch superdringend gemacht auf meinem Anrufbeantworter. Was ist denn los? Fällt Dir schon die Decke auf den Kopf in der Provinz?“ „Wenn es nur das wäre“, antwortete Judith. „Nein, ich bin hier plötzlich in seltsame, schlimme Dinge verstrickt. Und ich weiß nicht, wie ich da hineingeraten bin.“ Saskia lachte. „Oh je, Intrigen und Herzschmerz, oder? Tja, damit vertreibt man sich auf dem Land schon seit Jahrhunderten die Zeit.“

Saskia, Judiths beste Freundin, lebte seit vielen Jahren in Paris. Sie hatte die spontane Entscheidung ihrer Freundin, nach Hause in den Bayrischen Wald zurückzukehren, nie gut geheißen und nutzte jede Gelegenheit, Judith damit aufzuziehen. „Was ist denn nun passiert? Weswegen hast Du es so dringend gemacht?“, fragte Saskia. „Pass auf!“, antwortete Judith. Als sie fertig erzählt hatte, war am anderen Ende der Leitung kein Mucks zu hören. „Saskia?“, fragte Judith. „Saskia, bist Du noch da?“ „Ja, ich war nur kurz sprachlos. Hätte nie gedacht, dass sie zu solchen Gemeinheiten fähig ist.“ „Bitte?“, fragte Judith. „Wen meinst Du?“ „Na, unsere alte Freundin Vera“, sagte Saskia. Judith horchte auf. „Denkst Du etwa, Vera steckt dahinter?“, fragte sie. „Natürlich“, antwortete Saskia. „Das alles passt perfekt zu ihr.“ Saskia erinnerte Judith daran, wie es war, als sie Drei zusammen studiert hatten. „Vera wollte doch immer mehr sein als sie war“, sagte Saskia. „Ich kann mir richtig vorstellen, wie es sie wurmt, dass Du solchen Erfolg hast. Du kommst neu in die Firma, in der sie schon ewig arbeitet. Du machst gute Arbeit, der Chef lobt Dich, die Presse und die Kunden lieben Dich und dann greifst Du Dir auch noch ihren Augenstern. Oder wie hat sie ihn genannt? Ach ja,  Sahneschnitte.“ Saskia blies die Luft durch die Nase aus. „Es ist doch nur logisch, dass sie versucht, Dich los zu werden.“ „Aber ich hab das doch alles nicht getan, um ihr zu schaden“, rief Judith. „Mein Gott, Schätzchen“, sagte Saskia. „Geht’s noch naiver? Du gräbst ihr das Wasser ab, verstehst Du das nicht? Du bist besser als sie und deshalb sieht sie Dich als Gefahr. Ich kann Dich nur warnen. Vera ist zu allem fähig.“

Judith stand auf und ging über die Wiese. „Wenn man ihre Fassade einreißt, hat sie doch nicht viel zu bieten“, fuhr Saskia fort. „Alles an ihr ist doch letztlich Show. Weißt Du noch, wie sie uns weiß machen wollte, sie könne Klavier spielen? Und jedes Mal, wenn ich mit ihr vierhändig üben wollte, hatte sie eine andere Ausrede. Und die Geschichte mit dem Konservatorium? Hast Du sie je singen hören?“ „Nein“, sagte Judith. „Siehst Du“, warf Saskia ein. „Das Einzige, was ich überhaupt nicht verstehe: Wie konnte sie nur Harald Hofer heiraten, diesen langweiligen Tölpel? Der passt so gar nicht ins Bild.“ „Sie sind geschieden“, sagte Judith. “Und jetzt hat sie einen Freund mit Geld.” „Ah. . . , so, gut, das passt schon besser“, sagte Saskia. „Versuch herauszufinden, ob die Zauberformel wirklich verraten wurde und wenn ja von wem. Du musst Dich wehren, schließlich geht es um Deine Reputation, Frau Spitzenproduktentwicklerin!” Judith musste lachen. Dass ausgerechnet Saskia einen solchen Satz sagte. Saskia, die einen vielversprechenden Job an den Nagel gehängt hatte, um nach Paris zu ziehen und dort Hausfrau und Mutter zu sein. “Nein, ich meine es ernst”, sagte Saskia. “Du hast eine große Karriere vor Dir. Vielleicht nicht bei Breimeier, aber sicherlich anderswo. Die darf keiner Intrige zum Opfer fallen. Ich würde an Deiner Stelle auch nochmal mit Nick Wanninger reden. Der Bursche scheint doch ein recht netter Typ zu sein. Vielleicht klärt sich alles auf. Du mochtest ihn doch, oder?“ „Ja, schon“, gab Judith zu. „Also”, sagte Saskia. “Ich muss Schluss machen, die Kinder stellen mir alles auf den Kopf. Halt mich auch dem Laufenden!” Und schon hatte sie aufgelegt. Judith dachte nach. Ihre Freundin hatte Recht. Es wäre dumm, sich alles kaputt machen zu lassen von einer Frau wie Vera. Sie hörte Schritte hinter sich und drehte sich um. “Gabriel”, sagte sie. “Was machen Sie denn hier?”

Hier geht’s zur Folge 15 von “Herzschmerz hautnah”

 

Herzschmerz hautnah, Folge 14, ein Liebesroman alter Tradition, Kitsch und Herzschmerz inklusive – wie beim Groschenroman üblich.
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4 Antworten

  1. sue
    | Antworten

    Ha, hab ich es doch geahnt… Vera…, OMG, wer ist noch mal Gabriel??? Sue

    • carola
      | Antworten

      Liebe Sue, Gabriel ist der Kollege von Judith im Labor. Er wird noch eine wichtige Rolle spielen!! LG Carola

  2. Rena
    | Antworten

    Schon komisch, dass man selber so oft Tomaten vor den Augen hat ;) So spannend, hoffentlich kommt bald die nächste Folge!

    Alles Liebe von Rena

    http://www.dressedwithsoul.blogspot.de

  3. bea
    | Antworten

    Ist doch immer wieder schön, wenn man eine Freundin hat, die einem den Kopf zurechtruckt. Die Spannung steigt wieder. Wie ich schon mal sagte, Du wirst immer besser!

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